Von Tieren

Tiere und Kinder auf der Bühne
spielen den größten Schauspieler an die Wand.
(Alte Theaterweisheit)

Ein Geräusch, wie wenn einer versucht, kein Geräusch zu machen

Wie klingt ein solches Geräusch? Der Titel ist fast schon die Geschichte, eine Geschichte über das Unheimliche, das Heimliche, nicht Sichtbare, Unerklärte.

Und doch bleibt die Neugier für uns als Leser – Kinder wie Erwachsene – bis zur letzten Seite wach. Einfach weil sich hier alles um diese Erscheinung dreht, die wir alle kennen und doch nicht ergründen können. Das kann und tut auch John Irving in diesem außergewöhnlichen Kinderbuch nicht. Und genau das ist das Beste daran: er nähert sich Stück für Stück, Frage für Frage einer möglichen Erklärung. Aber ob die vorgeschlagene Lösung der Rätsel tatsächlich eine Maus ist, »die in der Wand krabbelt« das wollen wir hier offen lassen. Möglicherweise ist es ja nur die hilflose Antwort eines Erwachsenen auf die unbeantwortbare Frage eines Kindes.
Tom, der Protagonist in diesem Buch, findet unübertreffliche Beschreibungen für das, was er sich nicht erklären kann und bringt damit jeden Erwachsenen in Bedrängnis, der sich verpflichtet fühlt, stets und auf alles eine Antwort zu haben.
Das kann dabei herauskommen,  wenn ein vielfach preisgekrönter Literat sich als Kinderbuchautor betätigt. John Irving ist hiermit neben James Joyce der zweite seiner Art auf unserer Liste. Er schreibt, wie es erforderlich ist für sein Sujet und kümmert sich nicht um das, was Kinder angeblich brauchen oder gar was »kindgemäß« ist. Sein Maßstab ist einzig sein eigener künstlerischer Anspruch an eine gute, gut geschriebene Geschichte und die Einfühlung in die Erlebniswelt seiner Leserschaft. Auf diese Weise wird er ganz selbstverständlich auch seinen kindlichen Lesern gerecht. Solche Texte suchen wir.
Wir vergeben drei Trüffeln und erklären das Buch zu unserer dritten Quartalstrüffel 2017, obwohl wir an den handwerklich perfekten Illustrationen inhaltlich eine leise Kritik anbringen möchten. Die atmosphärischen Buntstiftzeichnungen von Tatjana Hauptmann erzählen John Irvings Geschichte absolut stilsicher weiter. Das erreicht sie auch dadurch, dass sie die Geschichte in einem amerikanischen Landhaus aus dem vergangenen Jahrhundert mit Holzfassade, Dielenboden und Webteppichen ansiedelt. Und genau das ist unser Kritikpunkt. Sie gibt punktgenau ein europäisches Amerikaklischee wieder und verschiebt damit die Ereignisse in eine ferne, verklärte Gegend und Zeit. Ein solcher nostalgischer Blick auf diese Geschichte (für eine deutsche Ausgabe aus dem Jahr 2003) nimmt ihr die direkte Wirkung.
Aber vielleicht ging es ja genau darum. Denn als Gutenachtgeschichte ist das Buch nicht geeignet. Daran ändern auch die beschriebenen Illustrationen nichts. Dennoch: die Bilder nehmen eine so empathische Perspektive ein,  sie sind erzählerisch so dicht, dass wir um die volle Punktzahl nicht herum kommen.

 

Elepfund und Hinkuin

Das fehlte noch! Ein ABC-Buch. Noch dazu ein Tier-ABC. Gibt es die nicht schon in Überzahl? Doch, so ist es. Aber trotzdem, dieses fehlte.

Denn anders als die anderen dieses Genres versucht es an keiner Stelle Altbekanntes über die hinreichend durchbuchstabierte Tierwelt zu verkünden. Vielmehr liefert es schier unglaubliche Erkenntnisse über bisher gänzlich unbekannte Geschöpfe wie Aua-Hahn, Brauen- und Colabär bis hin zur Ziehge. (Warnung: der gerade etwas abgeebbte Pädagogenstreit übers Schreiben nach Gehör könnte sich hierdurch neu entzünden!) Dennoch ist dieses Buch durchaus lehrreich. Hier erfährt man anhand von vierundzwanzig glänzend gereimten Kalauern wahrhaft Außerordentliches. Ein Buch – lehrreich und doch vergnüglich für Zoologen und Germanisten gleichermaßen und für Kinder sowieso. Die unterscheiden ohnehin nicht so penibel zwischen den Disziplinen. Zum Kuhgeln.
Auf diesem Gebiet – dem Gebiet des gemeinschaftlichen Gelächters unter Kindern mit Erwachsenen fehlt noch ganz viel auf dem Kinderbuchmarkt. Noch immer unterschätzt er den Wert des »schönen Unsinns«, wie James Krüss es genannt hat. Oder sind es die Buchkäufer, die das tun???
Umso wichtiger, dass wir dieses Buch in unsere Liste aufnehmen und mit zwei Trüffeln bedenken. Und zwar obwohl, oder weil (?) es inzwischen im Programm des Ravensburger Verlags fehlt und nur noch antiquarisch, bzw. auf den Ramschtischen in den Kaufhäusern zu finden ist. Aber ein echtes Trüffelschwein ist sich auch für sowas nicht zu fein!
»Nur« zwei Trüffeln verleihen wir, weil uns die durchaus humorvollen Illustrationen von Cornelia Haas einfach ein bißchen zu altbacken sind für ein Buch, das 2012 erschienen ist. Vor allem aber – das geht natürlich nicht auf das Konto von Frau Haas – weil am Ende des Buches völlig unnötigerweise eine Auflösung oder besser »Richtigstellung« zu den aufgeführten Tieren angehängt ist. Das ist ein Jammer und außerdem falsch. Ein dauerquasselnder Redenwurm ist eben ein Redenwurm und kein Regenwurm!
Also zwei Trüffeln, zwei davon für den Autor Hans Christian Schmidt und seine vierundzwanzig Reime. Zugegeben – vierundzwanzig stimmt nicht ganz! Es sind dreiundzwanzig aber einer zählt doppelt. An der Zuordnung von Tieren zu den Buchstaben  X und Y darf man durchaus scheitern. Hans Christian Schmidt löst das Problem indem er sie in einen einzigen Vers packt. Und er tut das mit größter Eleganz und dem Gleichmut eines Elefanz.
Tschuldigung, wir lieben Kalauer!

Frösche küssen

Dieses verdrehte Märchen gefällt uns so gut, dass wir fast die volle Punktzahl gegeben hätten.

Das können wir leider nicht. Warum, lesen Sie weiter unten.
Aber trotzdem soll dieses Buch vom Frösche küssen seinen Platz in unserem Regal haben, weil wir die Idee zu dieser Geschichte so gut finden. In dieser Geschichte wird das altbekannte Märchen vom Froschkönig nicht nur auf den Kopf gestellt, indem der Autor mal eben die Geschlechterrollen vertauscht. So ganz nebenbei und mit leichter Hand stellt Andrus Kivirähk frecherweise auch die Moral von der Uneigennützigkeit als Glücksgarantie in Frage, deretwegen ja das Original vom Froschkönig so gerne erzählt wird. Und er entlarvt  auf diese Weise auch männliche Karrierestrategien: Fröschin küssen, Prinzessin bekommen, König werden! Hier folgen Hase, Wolf und Fuchs allein ihrem Verlangen nach Nahrung, Reichtum und Macht, wenn sie alle Bedenken überwinden und sich mit gestülpten Lippen dem See nähern. Und die offensichtlich paarungsbereiten Froschmädchen wiederum folgen ganz offen ihrem Verlangen nach Unterhaltung und Triebbefriedigung und so wird am Ende alles gut. Aber keine Angst, es handelt sich bei diesem Buch nicht um ein feministisches Manifest und es ist garantiert jugendfrei.

Es ist in seiner fast schnoddrigen Erzählweise wunderbar flüssig zu lesen und Hase, Wolf und Fuchs werden mit jeweils einem einzigen Satz auf den Punkt charakterisiert. Das ist wundervoll trockener Humor, wie wir ihn mögen.
Aber dennoch müssen sich Vorleser auf kritische Fragen von Kinderseite einstellen, zumindest auf schwer zu beantwortende Fragen. Denn gleich zu Beginn der Geschichte stößt man auf eklatante Widersprüche zwischen Text und Bild. Kinder werden die bei der Lektüre sofort entdecken und berechtigterweise protestieren. Da behauptet der Text, das Flugzeug des Weihnachtsmanns habe ein kleines Loch, aus dem die Geschenke herausfallen während das Bild eindeutig beweist, das Flugzeug ist heil. Es ist der Sack mit den Geschenken, der seine Fracht da über die Landschaft verteilt.
Uns ist solche Unachtsamkeit nur schwer verständlich. Da können wir nicht mehr Trüffeln vergeben. Wir bedauern das. Denn insgesamt ist das Buch ja mit großer Sorgfalt gemacht und was Witz und Ironie angeht, sind die Illustrationen von Anne Pikkov ganz nah am Text, den wir hier ausdrücklich noch einmal loben wollen.
Und wir wollen niemanden davon abbringen, dieses sehr lustige Buch zu kaufen. Die eine Trüffel hat es allein wegen der pfiffigen Idee allemal verdient.

Wazn Teez

Nur 86 Wörter haben wir gezählt in dem Text zu diesem wunderbaren, wundersamen Buch.

Aber man täusche sich nicht. Das bedeutet keineswegs, dass man damit schnell durch ist. Ganz im Gegenteil: so simpel die Geschichte ist, die da erzählt wird, so rätselhaft bleibt dieses Bilderbuch beim schnellen Durchblättern. Die erwähnten 86 Wörter wollen nämlich alle erst entschlüsselt werden und keines davon findet sich in welchem Wörterbuch auch immer. Eine echte Aufgabe an die Vorleser und Vorleserinnen. Oder weiß vielleicht jemand auf Anhieb was mit »Schroxxler« gemeint sein kann? Oder mit »Forzung« oder »an Plumpse“? Wir verraten es nicht – mit gutem Bedacht. Denn je mehr Zeit Leser oder Vorleser und sein Publikum mit diesem »Sprachabenteuer« verbringen, umso größer ist das Vergnügen. (Sprachabenteuer – so nennt es ein leider sehr hässlicher Aufkleber auf dem Einband.) Und die Kinder? Die haben das Vergnügen sowieso. Schließlich ist das ein Bilderbuch. Und was für eins! So reduziert in Form und Farbgebung die Bilder von Carson Ellis, die gleichzeitig auch die Autorin ist, daherkommen – mehr Bild, mehr Erzählung im Bild geht nicht. Und wie gesagt, es geht um eine ebenso einfache, wie erstaunliche Geschichte:

Es ist Frühjahr, die Insekten erwachen, aus der Erde sprießt ein grünes Etwas.
Es wird Sommer, das Etwas wächst und blüht.
Es wird Herbst, das Etwas verblüht.
Es wird Winter, das Etwas ist verschwunden.
Und dann wird es wieder Frühjahr und … »Wazn teez?«, staunt der frühe Käfer.

Jetzt haben wir doch was verraten – aus lauter Begeisterung und vergeben hiermit drei Trüffeln! Am liebsten gäben wir noch eine vierte an die Übersetzer Jess Jochimsen und Anja Schöne. Die beiden haben angesichts der Aufgabe, aus einer nicht existenten amerikanischen Sprache in eine nicht existente deutsche Sprache zu übersetzen, einen eigenen Dialekt erfunden, der es wert ist, dass ihm bald auch eine Region zugeordnet wird.
Zum Schluss noch ein Appell an die Vorleser: Fragen Sie nicht nach Erklärungen. Lassen Sie die Insekten sprechen. Glauben Sie uns, Sie werden sie verstehen! An Freudenschuh!

Wutz, Butz, und Papa Bär

Dieses Buch ist eine kleine Sensation. Es steckt voller Einfälle und erzählt doch eine unsagbar gewöhnliche Geschichte, den unspektakulären Tagesablauf einer Kleinfamilie. Mama Schwein namens Wutz, Papa Bär namens Papa Bär, und Bärchen Butz stehen morgens auf, verrichten ihr jeweiliges Tagewerk und gehen abends schlafen. Bis auf die seltsame Familienkonstellation nicht gerade aufregend. Aber dann werden ganz nebenbei lauter kleine Ungereimtheiten eines Familienalltags erzählt, wie sie jeder aus dem eigenen Leben kennt – naja fast jeder! Zum Beispiel die Szene wo Papa Bär nackig rosa unter der Dusche steht – er föhnt sich nicht so gern! Sein brauner Pelz hängt derweil am Kleiderbügel und irgendwie kann man in dem Moment verstehen, was Mama Wutz bewogen haben mag, Tisch und Bett mit ihm zu teilen.  »Vielleicht ist das aber auch Quatsch.« kommentiert der Text sich auf der folgenden Seite selbst. So etwas mögen wir.
Aber diese Kinderbuchempfehlung sprechen wir in erster Linie deshalb aus, weil hier eine Illustratorin mit ihrer Technik den gewohnten Rahmen Kinderbuchillustration einmal verlässt.* Ihre genähten, gestickten, mit Applikationen versehenen Stoffbilder sind auch ohne den wunderbar lapidaren Text ein Genuss. Wir sind voller echter Bewunderung für solchen Einfallsreichtum, soviel Witz und – man mag es kaum aussprechen – den unglaublichen Fleiß, mit dem Ruth Feile diese simple Alltagsgeschichte bebildert. Sie verwendet Materialien mit unterschiedlichen Texturen (Frottee, Satin, Plüsch), stickt zum Beispiel den besagten Kleiderbügel kurzerhand auf den Frotteehintergrund bringt Perlen, Spitzen oder Glöckchen an und schafft so eine verblüffende Dreidimensionalität. Was für ein Einfall! Wir würden am liebsten drei Trüffeln vergeben. Aber bei so großartigen Werken sind wir besonders pingelig. Deshalb geht ein kleiner Pingelpunkt an die Fotografin Cornelia Büschbell: etwas mehr Licht und Farbbrillanz hätten diese Bilder verdient.
Also sagen wir 2,7 Trüffeln und eine dicke Kaufempfehlung!
*So geht es uns übrigens auch mit dem Buch »Der Besuch« von Antje Damm.

Ludwig I. König der Schafe

Ein Kinderbuch über Despotismus, Macht, Willkür, Ausgrenzung, Faschismus (?) – wie sieht so etwas aus?
Aus der Feder von Olivier Tallec kommt dabei ein fröhliches, lustiges, skurriles Bilderbuch heraus und das ist großartig!
Die handelnden Personen: Ludwig der Schafbock, seine Herde und ganz zum Schluss – nicht zu vergessen… dazu später mehr.
Ganz ohne sein Zutun, durch einen Windstoß, erhält Ludwig die Königswürde verliehen in Form einer zufällig dahergewehten blauen Papierkrone. Ohne sein Zutun und ohne dass das Schafsvolk davon großartig Notiz nimmt. Zunächst! Bis König Ludwig mit dem Regieren beginnt, Zepter und Reden schwingt, Jagdgesellschaften abhält, eine Armee aufbaut und schließlich unliebsame Untertanen vertreibt. Was eben so dazu gehört zum Königsein. »Was gut für mich ist, ist gut für mein Volk!« zitiert der Autor und Illustrator seinen Protagonisten auf der Buchrückseite.
Wir empfehlen dieses Kinderbuch, weil es ein Lehrstück ist über Tyrannei das ganz ohne Gesinnungstyrannei auskommt. Denn es spielt ja in der ulkigen Welt der Schafe, jener Spezies, die jeden Zeichner herausfordern und zugleich beflügeln muss. Sind sie denn nun lieb und niedlich oder einfach nur doof? Tallec kennt und entdeckt uns neben diesen beiden Eigenschaften des Schafs eine dritte, dunkle Seite am Beispiel des dornenhalsbandbewehrten Jagdschafs, vor dem sogar der eigens importierte Löwe flieht. Der König lebt in Saus und Braus.
Doch auch jede Herrschaft ist endlich. Die König Ludwigs I. hält an bis zum nächsten Herbststurm. Da wird ihm die Krone wieder vom Haupte geweht und alles wird wieder gut, also so, wie es vorher war. Wirklich gut? Nicht ganz! Ein anderer hat die Krone aufgesetzt bekommen und wer das Buch aufmerksam durchgeblättert hat, konnte das Unheil kommen sehen. Die Schafsbevölkerung hat es natürlich nicht.
»Der König ist der König und ist er‘s nicht, so ist‘s ein anderer!« lässt Heiner Müller eine seiner Theaterfiguren einmal sagen. In diesem Falle ist der andere – ojeh, der böse Wolf.
Dies ist mit drei Trüffeln unsere Kinderbuchempfehlung des Monats.

Die Katzen von Kopenhagen

Eine Bestenliste illustrierter Bücher ohne eines von Wolf Erlbruch ist keine. Und in diesem Buch kommen noch zwei weitere Meister ihres Fachs hinzu: der Autor James Joyce und der Übersetzer Harry Rowohlt. Das ist Kindern selbstverständlich egal, aber für das Ergebnis nicht unerheblich. Als hätten die drei das Buch gemeinsam konzipiert, sprechen hier Wort und Bild im gleichen Ton, spinnen verschmitzt und hintersinnig an einer Art Seemannsgarn, das so skurril und anarchistisch ist, dass man eigentlich sofort eine Schiffsreise in diese sagenhafte Stadt Kopenhagen antreten möchte, wo Polizisten den ganzen Tag im Bett verbringen (James Jocye) und Fische Fahrrad fahren (Wolf Erlbruch). Das ist mit so leichter Hand skizziert, wer fragt da nach Beweisen. Alles ist denkbar, es lebe die Fabulierkunst! Unbedingt drei Trüffeln.

Höpftbönöff

»Was mag das Wort Höpftbönnöff bedeuten, Urgroßvater?«
»Wahrscheinlich sollte es Hauptbahnhof heißen, Boy! Aber du kannst dir wohl denken, dass Küchenschaben sich unter einem Hauptbahnhof schwerlich etwas vorstellen können. Man muss die Dinge erlebt haben, über die man spricht. Sonst sind die Wörter so leer und komisch wie deine Hose und dein Hemd da auf dem Stuhl.«
So erklärt James Krüss den ›Sinn‹ dieses Gedichts in seinem von uns heißgeliebten Buch Mein Urgroßvater und ich – sofern ein solches Gedicht überhaupt eines Sinns bedarf. Denn James Krüss frönt ja lieber dem Genuß des ›schönen Unsinns‹. (s. unsere Abteilung Gedanken auf dieser Webseite)
Aber auch ganz ohne Erklärungen:  o, besonders das mit Pünktchen drauf, ist eben einfach komisch – vor allem in der Wiederholung. Das wissen wir spätestens seit Loriots sprechendem Hund. Und der Pseudohund Gürti in dem hier ebenfalls vorgestellten Buch Hund beweist es erneut. Hier sind es halt Küchenschaben, die sich dieser Äußerungsform bedienen und damit eine ganze Zeitung füllen können…
Das libronauti-team um die Illustratorin Carollina Fabinger hat sich voller Wonne an diesem Gedicht regelrecht ausgetobt. Herausgekommen ist eine einzige Liebeserklärung an James Krüss, der wir uns gerne anschließen. Wer mehr wissen will, über das Schabendasein, den Inhalt ihres bemerkenswerten Presseorgans und des Konkurrenzblattes, der Bienenzeitung, kann das in der mitgelieferten Allgemeinen Schabenzeitung nachlesen. Voller Freude und Erstaunen haben wir festgestellt, daß auch Heinz Erhardt für dieses Blatt geschrieben hat.
Das Trüffelschwein ist glücklich und gibt volle Punktzahl.

Kamfu mir helfen

Eine einfache Geschichte, humorvoll erzählt ohne aufgezwungenen Tiefsinn und ganz ohne Zeigefinger. Die Verse laufen wunderbar rund, rhythmisch sauber – das ist keine Selbstverständlichkeit – und die elefantifen Fprachfwierigkeiten animieren geradepfu pfum felberfpolpern. (Sollen wir helfen?) Dieses Buch ist eine Trüffel. Genau sowas suchen wir! Aber… so skurril und rasant die Illustrationen daherkommen und so sehr uns die Kombination von Gezeichnetem und Fotografiertem gefällt, da hätten wir uns doch mehr Sorgfalt in der Auswahl gewünscht. Die fotografierten Elemente wirken wie achtlos ausgewählt und platziert, sie fügen sich weder in die gezeichneten Bilder ein, noch bilden sie einen klar erkennbaren Kontrast dazu, woraus sich ja viel bildnerischer Erzählstoff ergeben könnte. Verantwortlich für den Punktabzug aber ist vor allem ein fast unverzeihlicher Fehler in der Illustration: die tollen, sehr komischen Turnschuhe, der Fachmann nennt sie Chucks, die die hilfsbereite Fliege bei ihrem Katapultflug verliert, befinden sich bei ihrer Landung auf der folgenden Buchseite erstaunlicherweise wieder an ihren Füßen. Bitte, liebe Buchgestalter und Lektoren achtet auf sowas.
Ja, wir sind pingelig! Aber trotzdem – schönes Buch.

Hund

Das ist wirklich ein ziemlich bunter Hund, den die gleichnamige Edition da herausgebracht hat, zumal es gar kein Hund ist, der eines Nachts in Moritz Kleiderschrank randaliert, sondern ein Gürteltier. Dabei hatte Moritz alles unternommen, damit sein Wunsch nach am liebsten einem Golden Retriever gehört wurde. Dazu kommt, »Gürti« ist auch kein freundlicher, flauschiger Spielkamerad, sondern ziemlich unverschämt und sehr verfressen. Aber jetzt ist er eben da und fordert so viel Aufmerksamkeit (und Gürtel – logisch!), daß er zum Problem wird. Diese wunderbar einfach erzählte, ehrliche Geschichte hebt sich sehr positiv von den üblichen JungewünschtsichHund-Geschichten ab. Unsentimental und mit skurrilem Humor schildert die Autorin das Dilemma mit den Haustieren und streift ganz nebenbei noch äußerst leichtfüßig das Phänomen der imaginären Freunde bei Kindern. Das alles, ohne zu psychologisieren – sehr schön. Genauso schwungvoll und komisch sind die einfallsreich platzierten skizzenhaften Zeichnungen von Miriam Zedelius. und unsere Gastleserin ergänzt: Die Illustration lässt genau wie die Geschichte genug Raum zum Weiter- und Mitphantasieren, wunderbar! Typografisch solide gemacht, gut lesbar, leider schwer zu blättern. Ziemlich befremdlich erscheint uns das goldene Vorsatzpapier, das so garnicht zum Grundton und der gesamten Gestaltung des Buches passt. Das Schwein gibt 2 Trüffel.

Fünf Mäuse und eine Katz

Dieses Buch steht in unserem Regal ganz weit vorne direkt neben So weit oben. (Heißt: es gibt drei Trüffel.) Und genau wie da darf die Rezensentin nur ganz wenig Worte machen, sogar noch weniger. Denn hier erzählen die Bilder. Das ist fast schon ein Film, mit Kameraschwenks, Großaufnahmen, Auftritten aus dem Off. Und auch hier geht es um ein einziges Ereignis, das aber groß und dramatisch genug ist für ein ganzes Buch. Und hier wie dort gilt: so viel Platz auf den Seiten bei so viel Ereignis! Das fängt übrigens schon auf dem Buchumschlag an, da gibt es das wunderbar samtene Katzenfell zu fühlen. Ein ganz kleiner Pingelpunkt: das Buch ist schwer zu handhaben. Das sehr schöne dicke Papier widersetzt sich dem Blättern. Aber vielleicht ist das Erbsenzählerei, und wir zählen ja in Trüffeln.

Mitreden und
kommunizieren

Der Begriff der kindlichen Wahrnehmung definiert sich über Setzungen der Erwachsenen – das ist das Dilemma, mit dem sich alle, die Illustratoren wie die Verlage, der Buchhandel und die Käufer herumzuschlagen haben. So kommt es, daß letztlich jeder Begriff, der sich um die kindgemäße Wahrnehmung gruppiert, Schieflage hat. Wenn wir beispielsweise fragen, ob ein Kind ein Bild begreifen kann, dann legen wir üblicherweise einen Begriff von Bildverstehen zugrunde, der sich auf ein kognitives, rationales Erfassen von Bildinhalten bezieht oder auf einem formalästhetischen Erschließen der Bildstruktur beruht. Obwohl diese Kriterien nicht auszuschließen sind, können sie aber möglicherweise völlig irrelevant sein für die Bedeutung des Bildes beim Kind. In 90 % aller Bilder sind es vermutlich ganz andere, unbewußte, subjektive, situative Momente, die Interesse und Faszination für den Betrachter ausmachen. Auch wir Erwachsenen können unsere Momente der Anrührung, des Betroffenseins oder Gelangweiltseins vor Bildern nicht kategorisieren. Die Bildwahrnehmung ist nicht planbar, weder bei uns noch bei Kindern. Das heißt nicht, daß sie nicht wahrnehmbar und beschreibbar ist, aber sie ist nicht zu formalisieren, es sei denn, es geht um physiologisch-psychologische Vorgänge wie z.B. die Blickrichtungsmessung. Die Forderung nach dem kindgemäßen Bild ist, polemisch ausgedrückt, eine unaufrichtige, Kunst und Kind gleichermaßen mißachtende Forderung. Sie gibt weder dem Bild noch dem Kind eine Chance zur Annäherung. (Aus: Jens Thiele: Das Bilderbuch, Universitätsverlag Aschenbeck und Isensee, S.190) Der Begriff der kindlichen Wahrnehmung definiert sich über Setzungen der Erwachsenen – das ist das Dilemma, mit dem sich alle, die Illustratoren wie die Verlage, der Buchhandel und die Käufer herumzuschlagen haben. So kommt es, daß letztlich jeder Begriff, der sich um die kindgemäße Wahrnehmung gruppiert, Schieflage hat. Wenn wir beispielsweise fragen, ob ein Kind ein Bild begreifen kann, dann legen wir üblicherweise einen Begriff von Bildverstehen zugrunde, der sich auf ein kognitives, rationales Erfassen von Bildinhalten bezieht oder auf einem formalästhetischen Erschließen der Bildstruktur beruht. Obwohl diese Kriterien nicht auszuschließen sind, können sie aber möglicherweise völlig irrelevant sein für die Bedeutung des Bildes beim Kind. In 90 % aller Bilder sind es vermutlich ganz andere, unbewußte, subjektive, situative Momente, die Interesse und Faszination für den Betrachter ausmachen. Auch wir Erwachsenen können unsere Momente der Anrührung, des Betroffenseins oder Gelangweiltseins vor Bildern nicht kategorisieren. Die Bildwahrnehmung ist nicht planbar, weder bei uns noch bei Kindern. Das heißt nicht, daß sie nicht wahrnehmbar und beschreibbar ist, aber sie ist nicht zu formalisieren, es sei denn, es geht um physiologisch-psychologische Vorgänge wie z.B. die Blickrichtungsmessung. Die Forderung nach dem kindgemäßen Bild ist, polemisch ausgedrückt, eine unaufrichtige, Kunst und Kind gleichermaßen mißachtende Forderung. Sie gibt weder dem Bild noch dem Kind eine Chance zur Annäherung. (Aus: Jens Thiele: Das Bilderbuch, Universitätsverlag Aschenbeck und Isensee, S.190) Der Begriff der kindlichen Wahrnehmung definiert sich über Setzungen der Erwachsenen – das ist das Dilemma, mit dem sich alle, die Illustratoren wie die Verlage, der Buchhandel und die Käufer herumzuschlagen haben. So kommt es, daß letztlich jeder Begriff, der sich um die kindgemäße Wahrnehmung gruppiert, Schieflage hat. Wenn wir beispielsweise fragen, ob ein Kind ein Bild begreifen kann, dann legen wir üblicherweise einen Begriff von Bildverstehen zugrunde, der sich auf ein kognitives, rationales Erfassen von Bildinhalten bezieht oder auf einem formalästhetischen Erschließen der Bildstruktur beruht. Obwohl diese Kriterien nicht auszuschließen sind, können sie aber möglicherweise völlig irrelevant sein für die Bedeutung des Bildes beim Kind. In 90 % aller Bilder sind es vermutlich ganz andere, unbewußte, subjektive, situative Momente, die Interesse und Faszination für den Betrachter ausmachen. Auch wir Erwachsenen können unsere Momente der Anrührung, des Betroffenseins oder Gelangweiltseins vor Bildern nicht kategorisieren. Die Bildwahrnehmung ist nicht planbar, weder bei uns noch bei Kindern. Das heißt nicht, daß sie nicht wahrnehmbar und beschreibbar ist, aber sie ist nicht zu formalisieren, es sei denn, es geht um physiologisch-psychologische Vorgänge wie z.B. die Blickrichtungsmessung. Die Forderung nach dem kindgemäßen Bild ist, polemisch ausgedrückt, eine unaufrichtige, Kunst und Kind gleichermaßen mißachtende Forderung. Sie gibt weder dem Bild noch dem Kind eine Chance zur Annäherung. (Aus: Jens Thiele: Das Bilderbuch, Universitätsverlag Aschenbeck und Isensee, S.190) Der Begriff der kindlichen Wahrnehmung definiert sich über Setzungen der Erwachsenen – das ist das Dilemma, mit dem sich alle, die Illustratoren wie die Verlage, der Buchhandel und die Käufer herumzuschlagen haben. So kommt es, daß letztlich jeder Begriff, der sich um die kindgemäße Wahrnehmung gruppiert, Schieflage hat. Wenn wir beispielsweise fragen, ob ein Kind ein Bild begreifen kann, dann legen wir üblicherweise einen Begriff von Bildverstehen zugrunde, der sich auf ein kognitives, rationales Erfassen von Bildinhalten bezieht oder auf einem formalästhetischen Erschließen der Bildstruktur beruht. Obwohl diese Kriterien nicht auszuschließen sind, können sie aber möglicherweise völlig irrelevant sein für die Bedeutung des Bildes beim Kind. In 90 % aller Bilder sind es vermutlich ganz andere, unbewußte, subjektive, situative Momente, die Interesse und Faszination für den Betrachter ausmachen. Auch wir Erwachsenen können unsere Momente der Anrührung, des Betroffenseins oder Gelangweiltseins vor Bildern nicht kategorisieren. Die Bildwahrnehmung ist nicht planbar, weder bei uns noch bei Kindern. Das heißt nicht, daß sie nicht wahrnehmbar und beschreibbar ist, aber sie ist nicht zu formalisieren, es sei denn, es geht um physiologisch-psychologische Vorgänge wie z.B. die Blickrichtungsmessung. Die Forderung nach dem kindgemäßen Bild ist, polemisch ausgedrückt, eine unaufrichtige, Kunst und Kind gleichermaßen mißachtende Forderung. Sie gibt weder dem Bild noch dem Kind eine Chance zur Annäherung. (Aus: Jens Thiele: Das Bilderbuch, Universitätsverlag Aschenbeck und Isensee, S.190) Der Begriff der kindlichen Wahrnehmung definiert sich über Setzungen der Erwachsenen – das ist das Dilemma, mit dem sich alle, die Illustratoren wie die Verlage, der Buchhandel und die Käufer herumzuschlagen haben. So kommt es, daß letztlich jeder Begriff, der sich um die kindgemäße Wahrnehmung gruppiert, Schieflage hat. Wenn wir beispielsweise fragen, ob ein Kind ein Bild begreifen kann, dann legen wir üblicherweise einen Begriff von Bildverstehen zugrunde, der sich auf ein kognitives, rationales Erfassen von Bildinhalten bezieht oder auf einem formalästhetischen Erschließen der Bildstruktur beruht. Obwohl diese Kriterien nicht auszuschließen sind, können sie aber möglicherweise völlig irrelevant sein für die Bedeutung des Bildes beim Kind. In 90 % aller Bilder sind es vermutlich ganz andere, unbewußte, subjektive, situative Momente, die Interesse und Faszination für den Betrachter ausmachen. Auch wir Erwachsenen können unsere Momente der Anrührung, des Betroffenseins oder Gelangweiltseins vor Bildern nicht kategorisieren. Die Bildwahrnehmung ist nicht planbar, weder bei uns noch bei Kindern. Das heißt nicht, daß sie nicht wahrnehmbar und beschreibbar ist, aber sie ist nicht zu formalisieren, es sei denn, es geht um physiologisch-psychologische Vorgänge wie z.B. die Blickrichtungsmessung. Die Forderung nach dem kindgemäßen Bild ist, polemisch ausgedrückt, eine unaufrichtige, Kunst und Kind gleichermaßen mißachtende Forderung. Sie gibt weder dem Bild noch dem Kind eine Chance zur Annäherung. (Aus: Jens Thiele: Das Bilderbuch, Universitätsverlag Aschenbeck und Isensee, S.190) Der Begriff der kindlichen Wahrnehmung definiert sich über Setzungen der Erwachsenen – das ist das Dilemma, mit dem sich alle, die Illustratoren wie die Verlage, der Buchhandel und die Käufer herumzuschlagen haben. So kommt es, daß letztlich jeder Begriff, der sich um die kindgemäße Wahrnehmung gruppiert, Schieflage hat. Wenn wir beispielsweise fragen, ob ein Kind ein Bild begreifen kann, dann legen wir üblicherweise einen Begriff von Bildverstehen zugrunde, der sich auf ein kognitives, rationales Erfassen von Bildinhalten bezieht oder auf einem formalästhetischen Erschließen der Bildstruktur beruht. Obwohl diese Kriterien nicht auszuschließen sind, können sie aber möglicherweise völlig irrelevant sein für die Bedeutung des Bildes beim Kind. In 90 % aller Bilder sind es vermutlich ganz andere, unbewußte, subjektive, situative Momente, die Interesse und Faszination für den Betrachter ausmachen. Auch wir Erwachsenen können unsere Momente der Anrührung, des Betroffenseins oder Gelangweiltseins vor Bildern nicht kategorisieren. Die Bildwahrnehmung ist nicht planbar, weder bei uns noch bei Kindern. Das heißt nicht, daß sie nicht wahrnehmbar und beschreibbar ist, aber sie ist nicht zu formalisieren, es sei denn, es geht um physiologisch-psychologische Vorgänge wie z.B. die Blickrichtungsmessung. Die Forderung nach dem kindgemäßen Bild ist, polemisch ausgedrückt, eine unaufrichtige, Kunst und Kind gleichermaßen mißachtende Forderung. Sie gibt weder dem Bild noch dem Kind eine Chance zur Annäherung. (Aus: Jens Thiele: Das Bilderbuch, Universitätsverlag Aschenbeck und Isensee, S.190) Der Begriff der kindlichen Wahrnehmung definiert sich über Setzungen der Erwachsenen – das ist das Dilemma, mit dem sich alle, die Illustratoren wie die Verlage, der Buchhandel und die Käufer herumzuschlagen haben. So kommt es, daß letztlich jeder Begriff, der sich um die kindgemäße Wahrnehmung gruppiert, Schieflage hat. Wenn wir beispielsweise fragen, ob ein Kind ein Bild begreifen kann, dann legen wir üblicherweise einen Begriff von Bildverstehen zugrunde, der sich auf ein kognitives, rationales Erfassen von Bildinhalten bezieht oder auf einem formalästhetischen Erschließen der Bildstruktur beruht. Obwohl diese Kriterien nicht auszuschließen sind, können sie aber möglicherweise völlig irrelevant sein für die Bedeutung des Bildes beim Kind. In 90 % aller Bilder sind es vermutlich ganz andere, unbewußte, subjektive, situative Momente, die Interesse und Faszination für den Betrachter ausmachen. Auch wir Erwachsenen können unsere Momente der Anrührung, des Betroffenseins oder Gelangweiltseins vor Bildern nicht kategorisieren. Die Bildwahrnehmung ist nicht planbar, weder bei uns noch bei Kindern. Das heißt nicht, daß sie nicht wahrnehmbar und beschreibbar ist, aber sie ist nicht zu formalisieren, es sei denn, es geht um physiologisch-psychologische Vorgänge wie z.B. die Blickrichtungsmessung. Die Forderung nach dem kindgemäßen Bild ist, polemisch ausgedrückt, eine unaufrichtige, Kunst und Kind gleichermaßen mißachtende Forderung. Sie gibt weder dem Bild noch dem Kind eine Chance zur Annäherung. (Aus: Jens Thiele: Das Bilderbuch, Universitätsverlag Aschenbeck und Isensee, S.190) Der Begriff der kindlichen Wahrnehmung definiert sich über Setzungen der Erwachsenen – das ist das Dilemma, mit dem sich alle, die Illustratoren wie die Verlage, der Buchhandel und die Käufer herumzuschlagen haben. So kommt es, daß letztlich jeder Begriff, der sich um die kindgemäße Wahrnehmung gruppiert, Schieflage hat. Wenn wir beispielsweise fragen, ob ein Kind ein Bild begreifen kann, dann legen wir üblicherweise einen Begriff von Bildverstehen zugrunde, der sich auf ein kognitives, rationales Erfassen von Bildinhalten bezieht oder auf einem formalästhetischen Erschließen der Bildstruktur beruht. Obwohl diese Kriterien nicht auszuschließen sind, können sie aber möglicherweise völlig irrelevant sein für die Bedeutung des Bildes beim Kind. In 90 % aller Bilder sind es vermutlich ganz andere, unbewußte, subjektive, situative Momente, die Interesse und Faszination für den Betrachter ausmachen. Auch wir Erwachsenen können unsere Momente der Anrührung, des Betroffenseins oder Gelangweiltseins vor Bildern nicht kategorisieren. Die Bildwahrnehmung ist nicht planbar, weder bei uns noch bei Kindern. Das heißt nicht, daß sie nicht wahrnehmbar und beschreibbar ist, aber sie ist nicht zu formalisieren, es sei denn, es geht um physiologisch-psychologische Vorgänge wie z.B. die Blickrichtungsmessung. Die Forderung nach dem kindgemäßen Bild ist, polemisch ausgedrückt, eine unaufrichtige, Kunst und Kind gleichermaßen mißachtende Forderung. Sie gibt weder dem Bild noch dem Kind eine Chance zur Annäherung. (Aus: Jens Thiele: Das Bilderbuch, Universitätsverlag Aschenbeck und Isensee, S.190)