ab 0 Jahren

Es gibt schließlich Kindertanten, welche meinen, man müsse dem Kind alles und jedes kindgemäß vorsetzen. Sosehr dies bei der Methodik des Rechenunterricht zutreffen mag, so unsinnig ist es dann, wenn man das Kind mit Literatur bekannt machen will. (James Krüss)

Herr Sauermann sucht seine Zähne

Dies ist ein pädagogisch äußerst wertvolles Kinderbuch… oder vielleicht doch nicht!
Es geht ums Ordnungmachen. Wobei sich die Frage aufdrängt: ist Ordnung denn überhaupt etwas, das man machen kann? Oder ist das nicht eher etwas, das ohnehin existiert und das man nur verstehen muss? Heißt es nicht, alles müsse seine Ordnung haben? Betonung liegt auf seine! Herr Sauermann jedenfalls macht nicht Ordnung, sondern Ordnungen. Er ordnet seine Sachen – seine sehr vielen Sachen – zum Beispiel nach Farben, nach Anfangsbuchstaben, nach Funktion, nach Form (irgendetwas Langes) oder nach Eigenschaft (sehr schwere Sachen). Alles fein säuberlich in Kartons verpackt und beschriftet. Und so hat alles seine(!) Ordnung. Wie es sich gehört.
Nur seine Zähne, die findet Herr Sauermann auf diese Weise nicht. Zum Glück erinnert seine Schwester ihn daran, doch einfach im Zahnschrank nachzusehen und siehe da… dort findet er neben allen anderen Zahndingen wie etwa der Bluetooth-Freisprechanlage, einer Säge, einem Zahnrad und zwei sehr alten Mammutzähnen auch seine eigenen Zähne. Womit bewiesen wäre: wer Ordnung hält, der kann etwas erzählen.
Beim Blättern in diesem etwas sehr großformatigen aber saukomischen Bilderbuch – oder besser gesagt, beim Wühlen in Alfred Sauermanns Kartons – entdeckt man die erstaunlichsten Gegenstände und stolpert über wahrhaft absonderliche Zuordnungen und Bezeichnungen. Zumindest der an konventionelle Ordnungen gewöhnte Erwachsene tut das. Ruby und Ada, denen dieses Buch gewidmet ist, haben damit wahrscheinlich weniger Probleme. Wenn man unter der Kategorie Familienporträts eine Türklingel findet, wirft das zwar die Frage auf, ob sie da denn hingehört. Aber nach kurzem, ernsthaften Philososphieren wird die Antwort sicher ein eindeutiges »Ja« sein und selbstverständlich kann eine Taschenlampe auch als Spinnenfinder bezeichnet werden. Doch, doch! Das alles folgt einer unwiderlegbaren, verblüffenden Logik. Eben nur nicht der gängigen.

Deshalb gehört dieses Buch von Jon und Tucker Nichols unbedingt in unser Regal! Aber wir vergeben nur zwei Trüffeln. Einmal, weil uns die Beschriftungen der abgebildeten Gegenstände in diesem gestalterisch sonst so anspruchsvollen Buch typografisch ziemlich nachlässig erscheinen und dann, weil an manchen Stellen bei der Übersetzung aus dem Amerikanischen unter dem Zwang zum Reim riesige Widersprüche zwischen Bild und Text entstehen: »Peas with cheese« ins Deutsche übersetzt reimt sich eben beim allerbesten Willen nicht. Und weil im vorliegenden Fall das Bild den Text diktiert, hilft »Mayonnaise mit Käse« nicht aus dem Dilemma. Hätten wir das Buch lektoriert, hätten wir zugunsten stimmiger Aussagen die Übersetzerin Kati Hertzsch von dieser unlösbaren Aufgabe befreit. Trotzdem! Dies ist eine eindeutige Kaufempfehlung für Herrn Sauermann. Erwähnenswert ist dabei auch der Schutzumschlag, der sich als beidseitig nutzbares Poster entpuppt und als tägliche Aufforderung zum Ordnungmachen sicherlich gute Dienste leistet!!!

Grododo

»Grododo« kommt von »gros dodo« ist lautmalerisch und französisch und könnte übersetzt werden in »Bubumachen«. Das ist auch lautmalerisch, deutsch und Kindersprache.

Der Verlag hat das in der deutschen Ausgabe vergnüglicherweise vermieden und den Originaltitel für deutsche Leser als Rätsel stehen lassen. Vergnüglicherweise, denn wie wir schon einmal festgestellt haben, »o« ist einfach komisch und dreifach noch komischer. Und weil das Wort so schön lautmalerisch ist und uns auf der ersten Bildseite dieses Buches aus einem Grammophon entgegenquäkt, enträtseln wir es hiermit als »Geräusch« oder besser »Gorosch«.
Besagtes Grammophon gehört neben Schneebesen, Kaktus, Rollschuhen und Glühbirne zum Hausrat eines Hasen namens Cäsar. Hasen als Protagonisten sind in Kinderbüchern ja zunächst nichts Ungewöhnliches. Ungewöhnlich ist aber, dass wir das Buch als trüffelwürdig erachten. Bücher, deren Hauptfiguren Hasen sind, fallen in den meisten Fällen bei uns durch, denn sie funktionieren fast alle nach dem Schema: Hase = niedlich = kindgerecht.
An diese Formel glauben wir nicht und in diesem Buch mit dem merkwürdigen Titel ist sie auch sehr überzeugend widerlegt. Dieser Hase ist alles andere als niedlich. Er erinnert wohl eher an den schrulligen alten Herrn, der ein paar Häuser weiter allein in seiner Wohnung lebt, der selten auf der Straße zu sehen ist, noch seltener mit jemandem spricht und nie Besuch erhält. Er verlässt das Haus immer um die gleiche Zeit. Das Licht in seinem Wohnzimmer geht immer um die gleiche Zeit aus. Und nicht zu vergessen: er ist äußerst geräuschempfindlich.
Kein Wort hiervon steht in diesem Buch und doch drängt sich durch die Ausstattung von Herrn Caesars Haushalt (siehe das Grammophon) und die Beschreibung seiner Zubettgehrituale solche Assoziation auf. Und so wundert es auch nicht, dass Herr Cäsar, wie wir es von einem grummeligen älteren Herrn erwarten, energisch um »Ruuuuheeee!!!!« bittet. Aber nachdem er mehrfach in seiner Nachtruhe gestört wurde, ist das ja durchaus zu verzeihen.

Hier bekommt das Wort »lautmalerisch« übrigens eine neue Bedeutung. Kris Di Giacomo, die Illustratorin des Buches und Raumaustatterin von Herrn Cäsars Haus, malt tatsächlich sehr laute Worte in ihre dramatischen Bilder. Manchmal für unseren Geschmack ein bisschen zu laut. Aber womöglich sind wir selbst auch zu goroschempfindlich. Ansonsten gefällt uns der Einfallsreichtum, mit dem sie Michaël Escoffiers Geschichte auf jeder Seite ein Stückchen weitererzählt, nämlich außerordentlich gut. Eine Geschichte, die schließlich doch nicht so gradlinig verläuft, wie man annehmen möchte. Obwohl er so garnicht plüschig ist, hat dieser Hase doch sehr liebenswürdige Seiten – menschliche nämlich. Dass ihm bei der mehrfachen Wiederholung des Zubettgehrituals die seltsamsten Fehler unterlaufen ist nicht verwunderlich; aber wer würde vermuten, dass der grummelige Eigenbrötler Cäsar seinen Teddy heiß und innig liebt und fürchtet, unterm Bett könnten Monster lauern?

In diesem Buch ist das Absonderliche so alltäglich wie das Alltägliche absonderlich ist. Da ist man am Ende noch lange nicht am Ende. Mit einem Mal Durchblättern ist das nicht getan.

Zwei dicke Trüffeln!

Überall und nirgends

Es fällt uns ja immer schwer, Altersangaben zu machen zu den Büchern, die wir hier vorstellen.

Denn vordergründig geht es bei solcher Einordnung zwar um die Frage, was können, sollen, dürfen wir Erwachsene den Kindern zumuten – und das, obwohl wir ihnen tagtäglich diese ganze Welt zumuten. Genau betrachtet dient sie aber doch vor allem dazu, uns – eben jene Erwachsene – vor der Zumutung unbeantwortbarer Fragen zu schützen. Man lese dazu gerne den Beitrag von Prof. Jens Thiele, Bilderbuchforscher, auf dieser Seite: »Gedanken«.
Wegen solcher Gedanken steht dieses Buch bei uns im Regal ab 0 und wir richten hier gleich noch ein weiteres ein, das Regal bis unendlich. Paradox, denn in diesem grandios illustrierten Gedichtband geht es um eine einzige, ultimative Zumutung für jedes Alter: den Tod. Und das Buch steht auf unserer Liste, weil es sich dieser Zumutung so unbefangen nähert. Weil es so humorvoll und furchtlos auch Tabus verletzt: Über Tote nichts Schlechtes? Wieso eigentlich! Da ist zum Beispiel Tante Ann. Sie sitzt vor der Urne ihres verstorbenen Mannes und seinem grimmig dreinblickenden Konterfei. Sieh einer an, sagt sie, mein toter Jan. Sie isst ein Butterbrot und trinkt (wahrscheinlich etwas zu viel) und sie ist erleichtert. Denn sie weiß, ihr Haustyrann steht im Regal. Für immer!

Diese Texte nehmen niemals eine wissende Haltung ein, wollen nirgendwo überzeugen, nicht einmal trösten. Und doch kann es trösten und helfen, darin zu lesen. Das Buch ist eine Annäherung an das Unbegreifliche. Ans Sterben, Totsein, Trauern, ans Fürchten, Zweifeln, Vermissen. Es erzählt aber auch vom Überleben, vom Erben und  – vom Feiern. So viel zum Inhalt.

Und die Form? Wie schon gesagt, wir sind begeistert von den ganzflächigen Illustrationen. Sylvia Weve arbeitet mit den unterschiedlichsten Techniken – Scherenschnitt oder Strichzeichnung stehen neben Aquarell oder Frottage und doch hat das ganze perfekt durchkomponierte Buch einen sehr charakteristischen einheitlichen Stil.

Und dann haben sich die Gestalter noch einen besonderen Kniff ausgedacht: Immer wieder stößt man beim Umblättern auf halbe oder Viertelseiten. So ergeben sich beim Umblättern überraschende, verblüffende Zusammenhänge, Quer- und Rückbezüge der Texte und Bilder zueinander. Und noch etwas: dieses Buch nimmt man wirklich gerne zur Hand. Schönes, griffiges Papier, ein ungewöhnliches, aber angenehmes Format und es riecht gut! Das macht Freude, bevor man eine Zeile gelesen hat. Wie empfehlen aber dringend, es doch zu tun. Zum Glück gibt es drei (!) Lesebändchen. Und von uns für jedes eine Trüffel.

Lift

Ein mehrstöckiges Wohnhaus, seine Bewohner, ein Lift.

Das sind die sparsamen Elemente aus denen dieses Buch besteht und aus denen Kätlin Vainola und nicht zuletzt die Illustratorin Ulla Saar jede Menge Erzählstoff entwickeln. Wer erzählt? Lift, natürlich! Denn der erfährt Dinge, von denen alle seine Benutzer glauben und hoffen, dass niemand sie erfährt. Hinter den geschlossenen Lifttüren fühlen sie sich alle unbeobachtet. Aber Lift bekommt alles mit und bietet uns so vergnügliche Einblicke, dass man selbst gerne einmal seine Aufgabe in einem solchen Panoptikum Mietshaus übernehmen möchte. Eine Welt, in der man ja zwangsläufig mit den Eigenheiten seiner Mitbewohner konfrontiert ist und hin und wieder unfreiwillige Einblicke in die intimeren Winkel ihrer Existenz erhält. So z.B. den Inhalt von Frau Oktopus‘ Wäscheschrank. Ihre naturgemäß sehr umfangreiche Strumpfsammlung, hängt sie auf dem Dach des Hauses übrigens neben etlichen Speisefischen zum Trocknen auf.  Hier gibt’s leider einen Pingelpunkt für die Illustratorin. Denn auf dem Dach des Hauses, so wie sie es gezeichnet hat, gibt es keinen geeigneten Platz zum Wäschetrocknen. Kinder bemerken solche bedauerlichen und vermeidbaren Fehler spätestens beim dritten Durchblättern. Aber abgesehen davon mögen wir Ulla Saars Illustrationen sehr. Sie sind voller Witz und Ironie. Sie versteckt überall kleine Ungereimtheiten und charakterisiert ihre Figuren – wohlgemerkt lauter Tiergestalten – wie eine gute Kostümbildnerin über allseits bekannte Versatzstücke der Textilindustrie. So schafft so sie verblüffende Wiedererkennungeffekte. Alle diese Typen sind dem Leser vertraut und so oder so ähnlich in jedem Haus vertreten.

Ist das eine Aufforderung zum Spott über Mitmenschen? Ja! …ähh… nein, natürlich nicht! Schließlich haben wir es hier mit Oktopus, Eichhörnchen, Giraffe, Känguruh, Igel und Taube zu tun. Verwechslungen mit lebenden Vertretern des Homo Sapiens sind rein zufällig möglich. Z.B. Herr Känguruh, die olle Sportskanone, der mit seiner überschüssigen Energie die Aufzugtechnik an ihre Grenzen bringt. Oder der schüchterne Herr Giraffe, der aufgrund seiner Körpergröße und die daraus resultierenden Komplikationen das Gefährt im wahrsten Sinne geknickt verlässt. Dieses Buch ist ein großes Vergnügen für alle Kinder, die in solch einem Haus leben, ob mit oder ohne Lift. Und  alle, die ein derartiges Biotop nur als Liftbenutzer kennen, erfahren hier, was ihnen entgeht.

Dieser Spaß ist uns zwei Trüffeln wert. Eine, weil uns diese Geschichte so gut gefällt und eine, weil das Buch so schön gemacht ist. Es riecht gut, ist gut zu blättern und das Papier ist angenehm fest und rau. Aber eben nur zwei, siehe Pingelpunkt oben.
Aber zwei Trüffeln sind allemal Grund genug, das Buch immer wieder in die Hand zu nehmen.

Hirameki von Peng und HU

Mit dieser Buchempfehlung begeben wir uns auf fremdes Terrain.

Denn erstens haben wir uns dem erzählenden Kinderbuch verschrieben und zweitens ist Hirameki keins von beiden, weder erzählend im üblichen Sinn noch ausgesprochenes Kinderbuch. Es ist aber ebenso wenig ein  Erwachsenenbuch und steckt außerdem voller Erzählstoff. Deshalb steht es bei uns im Regal. Wir empfehlen es für Kinder und für Erwachsene mit und ohne Kinder.
Hirameki ist japanisch und heißt soviel wie Funken oder Inspiration. Im Untertitel nennt der Kunstmannverlag das Buch einen »genialen Klecks- und Kritzelspaß«. Solche Ankündigungen finden wir im Allgemeinen eher abschreckend aber an dieser höchstinspirierenden Kleckssammlung haben wir allergrößtes Vergnügen gefunden. Der Klappentext beschreibt es dann auch wesentlich eleganter und treffender:
Am Anfang war der Klecks
In Hirameki kulminieren zwei elementare Geistesleistungen: Sinnsuche und Selbsterkenntnis. Ein kleiner Klecks offenbart durch das hinzufügen weniger Punkte und Striche sein wahres Wesen, im völligen Einklang mit der Phantasie des Betrachters. Damit beschert uns Hirameki ein Hochgefühl unverhoffter Erhabenheit und entzückt Auge, Hand und Hirn.
Hirameki – das Glück im Kleinsten finden.
Worum geht es? Die Kleckskünstler Peng und Hu – die Recherche über die wahren Identitäten, die sich hinter diesen Pseudonymen verbergen, haben wir uns hier gespart – beschreiben es folgendermaßen:
Als ein westlicher Gesandter als Gast des Kunstministers erstmals mit Stäbchen aß, fiel ihm eine Morchel vom Mund und befleckte das Tischtuch. Der Kunstminister ließ Peng und Hu kommen und wies konsterniert auf den Fettfleck. Peng und Hu zückten ihre Stifte und versahen den Fleck mit drei krummen Strichen. »Ein dicker Hund«, erklärte Peng. »oder ein Tapir.« ergänzte Hu. »Und ich sage, es ist ein Ferkel!« rief der Kunstminister, ohne jemanden direkt anzusehen.
Weiter im Inneren des Buches verliert sich leider bei den eingestreuten lockeren Reimen öfter mal solche sprachliche Eleganz. Beispiel: »Büschel hier und Büschel dort, mal sind’s Haare mal ein Bart«. Deshalb gibt es nur zwei Trüffeln.
Dennoch raten wir zum Kauf denn schließlich finden sich in dem Buch dann auch wieder so schöne Zeilen finden wie diese: »Ohne Sinn ist alles Unsinn.« Der Satz könnte von uns sein und wir möchten ergänzen: … aber auch ohne Zweck ist längst nicht alles zwecklos.

Der Besuch

Dieses Bilderbuch steht vor allem deshalb bei uns im Regal, weil Antje Damm hier den gewohnten Rahmen der Kinderbuchillustration einmal verlässt. Wer unsere Rezension zu »Wutz, Butz und Papa Bär« von Ruth Feile gelesen hat, kennt diesen Satz. Weil solches aber so selten geschieht, wiederholen wir ihn hier gerne und genüsslich. Antje Damm gelingt es, dem Betrachter ein echtes Raumerlebnis zu bereiten. Und zwar ohne drucktechnische oder optische Tricks oder Hilfsmittel. Hier hat man ein ganz normales Bilderbuch in Händen zum ganz normalen Blättern. Nein, nicht ganz normal. Schon mit dem Buchdeckel öffnet man die dort abgebildete Tür und betritt eine Puppenstube.  Ein Papiertheater, ausgestattet mit Pappmöbeln und geheimnisvoll beleuchtet. Dramaturgisch klug fotografiert, führt die Kamera durch diese in Worten schnell erzählte Geschichte (Einsame, alte Frau erhält überraschend Besuch von einem ihr unbekannten kleinen Jungen, der ihre triste graue Welt durch seine vorbehaltlose Neugier farbig und fröhlich werden lässt und ihre Angst vertreibt). Aber dann sind da eben diese Bilder und die sind nicht schnell erzählt. Mit diesem Buch kann man sehr viel Zeit verbringen. Antje Damm schafft durch ihre Technik eine verblüffend vielschichtige Bilderzählung. Sie erzeugt eine fesselnde Illusion und macht aus dem Betrachten der Bilder ein geradezu theatralisches Ereignis.
Wir geben begeistert drei Trüffeln!

Wutz, Butz, und Papa Bär

Dieses Buch ist eine kleine Sensation. Es steckt voller Einfälle und erzählt doch eine unsagbar gewöhnliche Geschichte, den unspektakulären Tagesablauf einer Kleinfamilie. Mama Schwein namens Wutz, Papa Bär namens Papa Bär, und Bärchen Butz stehen morgens auf, verrichten ihr jeweiliges Tagewerk und gehen abends schlafen. Bis auf die seltsame Familienkonstellation nicht gerade aufregend. Aber dann werden ganz nebenbei lauter kleine Ungereimtheiten eines Familienalltags erzählt, wie sie jeder aus dem eigenen Leben kennt – naja fast jeder! Zum Beispiel die Szene wo Papa Bär nackig rosa unter der Dusche steht – er föhnt sich nicht so gern! Sein brauner Pelz hängt derweil am Kleiderbügel und irgendwie kann man in dem Moment verstehen, was Mama Wutz bewogen haben mag, Tisch und Bett mit ihm zu teilen.  »Vielleicht ist das aber auch Quatsch.« kommentiert der Text sich auf der folgenden Seite selbst. So etwas mögen wir.
Aber diese Kinderbuchempfehlung sprechen wir in erster Linie deshalb aus, weil hier eine Illustratorin mit ihrer Technik den gewohnten Rahmen Kinderbuchillustration einmal verlässt.* Ihre genähten, gestickten, mit Applikationen versehenen Stoffbilder sind auch ohne den wunderbar lapidaren Text ein Genuss. Wir sind voller echter Bewunderung für solchen Einfallsreichtum, soviel Witz und – man mag es kaum aussprechen – den unglaublichen Fleiß, mit dem Ruth Feile diese simple Alltagsgeschichte bebildert. Sie verwendet Materialien mit unterschiedlichen Texturen (Frottee, Satin, Plüsch), stickt zum Beispiel den besagten Kleiderbügel kurzerhand auf den Frotteehintergrund bringt Perlen, Spitzen oder Glöckchen an und schafft so eine verblüffende Dreidimensionalität. Was für ein Einfall! Wir würden am liebsten drei Trüffeln vergeben. Aber bei so großartigen Werken sind wir besonders pingelig. Deshalb geht ein kleiner Pingelpunkt an die Fotografin Cornelia Büschbell: etwas mehr Licht und Farbbrillanz hätten diese Bilder verdient.
Also sagen wir 2,7 Trüffeln und eine dicke Kaufempfehlung!
*So geht es uns übrigens auch mit dem Buch »Der Besuch« von Antje Damm.

Fünf Mäuse und eine Katz

Dieses Buch steht in unserem Regal ganz weit vorne direkt neben So weit oben. (Heißt: es gibt drei Trüffel.) Und genau wie da darf die Rezensentin nur ganz wenig Worte machen, sogar noch weniger. Denn hier erzählen die Bilder. Das ist fast schon ein Film, mit Kameraschwenks, Großaufnahmen, Auftritten aus dem Off. Und auch hier geht es um ein einziges Ereignis, das aber groß und dramatisch genug ist für ein ganzes Buch. Und hier wie dort gilt: so viel Platz auf den Seiten bei so viel Ereignis! Das fängt übrigens schon auf dem Buchumschlag an, da gibt es das wunderbar samtene Katzenfell zu fühlen. Ein ganz kleiner Pingelpunkt: das Buch ist schwer zu handhaben. Das sehr schöne dicke Papier widersetzt sich dem Blättern. Aber vielleicht ist das Erbsenzählerei, und wir zählen ja in Trüffeln.

Mitreden und
kommunizieren

Der Begriff der kindlichen Wahrnehmung definiert sich über Setzungen der Erwachsenen – das ist das Dilemma, mit dem sich alle, die Illustratoren wie die Verlage, der Buchhandel und die Käufer herumzuschlagen haben. So kommt es, daß letztlich jeder Begriff, der sich um die kindgemäße Wahrnehmung gruppiert, Schieflage hat. Wenn wir beispielsweise fragen, ob ein Kind ein Bild begreifen kann, dann legen wir üblicherweise einen Begriff von Bildverstehen zugrunde, der sich auf ein kognitives, rationales Erfassen von Bildinhalten bezieht oder auf einem formalästhetischen Erschließen der Bildstruktur beruht. Obwohl diese Kriterien nicht auszuschließen sind, können sie aber möglicherweise völlig irrelevant sein für die Bedeutung des Bildes beim Kind. In 90 % aller Bilder sind es vermutlich ganz andere, unbewußte, subjektive, situative Momente, die Interesse und Faszination für den Betrachter ausmachen. Auch wir Erwachsenen können unsere Momente der Anrührung, des Betroffenseins oder Gelangweiltseins vor Bildern nicht kategorisieren. Die Bildwahrnehmung ist nicht planbar, weder bei uns noch bei Kindern. Das heißt nicht, daß sie nicht wahrnehmbar und beschreibbar ist, aber sie ist nicht zu formalisieren, es sei denn, es geht um physiologisch-psychologische Vorgänge wie z.B. die Blickrichtungsmessung. Die Forderung nach dem kindgemäßen Bild ist, polemisch ausgedrückt, eine unaufrichtige, Kunst und Kind gleichermaßen mißachtende Forderung. Sie gibt weder dem Bild noch dem Kind eine Chance zur Annäherung. (Aus: Jens Thiele: Das Bilderbuch, Universitätsverlag Aschenbeck und Isensee, S.190) Der Begriff der kindlichen Wahrnehmung definiert sich über Setzungen der Erwachsenen – das ist das Dilemma, mit dem sich alle, die Illustratoren wie die Verlage, der Buchhandel und die Käufer herumzuschlagen haben. So kommt es, daß letztlich jeder Begriff, der sich um die kindgemäße Wahrnehmung gruppiert, Schieflage hat. Wenn wir beispielsweise fragen, ob ein Kind ein Bild begreifen kann, dann legen wir üblicherweise einen Begriff von Bildverstehen zugrunde, der sich auf ein kognitives, rationales Erfassen von Bildinhalten bezieht oder auf einem formalästhetischen Erschließen der Bildstruktur beruht. Obwohl diese Kriterien nicht auszuschließen sind, können sie aber möglicherweise völlig irrelevant sein für die Bedeutung des Bildes beim Kind. In 90 % aller Bilder sind es vermutlich ganz andere, unbewußte, subjektive, situative Momente, die Interesse und Faszination für den Betrachter ausmachen. Auch wir Erwachsenen können unsere Momente der Anrührung, des Betroffenseins oder Gelangweiltseins vor Bildern nicht kategorisieren. Die Bildwahrnehmung ist nicht planbar, weder bei uns noch bei Kindern. Das heißt nicht, daß sie nicht wahrnehmbar und beschreibbar ist, aber sie ist nicht zu formalisieren, es sei denn, es geht um physiologisch-psychologische Vorgänge wie z.B. die Blickrichtungsmessung. Die Forderung nach dem kindgemäßen Bild ist, polemisch ausgedrückt, eine unaufrichtige, Kunst und Kind gleichermaßen mißachtende Forderung. Sie gibt weder dem Bild noch dem Kind eine Chance zur Annäherung. (Aus: Jens Thiele: Das Bilderbuch, Universitätsverlag Aschenbeck und Isensee, S.190) Der Begriff der kindlichen Wahrnehmung definiert sich über Setzungen der Erwachsenen – das ist das Dilemma, mit dem sich alle, die Illustratoren wie die Verlage, der Buchhandel und die Käufer herumzuschlagen haben. So kommt es, daß letztlich jeder Begriff, der sich um die kindgemäße Wahrnehmung gruppiert, Schieflage hat. Wenn wir beispielsweise fragen, ob ein Kind ein Bild begreifen kann, dann legen wir üblicherweise einen Begriff von Bildverstehen zugrunde, der sich auf ein kognitives, rationales Erfassen von Bildinhalten bezieht oder auf einem formalästhetischen Erschließen der Bildstruktur beruht. Obwohl diese Kriterien nicht auszuschließen sind, können sie aber möglicherweise völlig irrelevant sein für die Bedeutung des Bildes beim Kind. In 90 % aller Bilder sind es vermutlich ganz andere, unbewußte, subjektive, situative Momente, die Interesse und Faszination für den Betrachter ausmachen. Auch wir Erwachsenen können unsere Momente der Anrührung, des Betroffenseins oder Gelangweiltseins vor Bildern nicht kategorisieren. Die Bildwahrnehmung ist nicht planbar, weder bei uns noch bei Kindern. Das heißt nicht, daß sie nicht wahrnehmbar und beschreibbar ist, aber sie ist nicht zu formalisieren, es sei denn, es geht um physiologisch-psychologische Vorgänge wie z.B. die Blickrichtungsmessung. Die Forderung nach dem kindgemäßen Bild ist, polemisch ausgedrückt, eine unaufrichtige, Kunst und Kind gleichermaßen mißachtende Forderung. Sie gibt weder dem Bild noch dem Kind eine Chance zur Annäherung. (Aus: Jens Thiele: Das Bilderbuch, Universitätsverlag Aschenbeck und Isensee, S.190) Der Begriff der kindlichen Wahrnehmung definiert sich über Setzungen der Erwachsenen – das ist das Dilemma, mit dem sich alle, die Illustratoren wie die Verlage, der Buchhandel und die Käufer herumzuschlagen haben. So kommt es, daß letztlich jeder Begriff, der sich um die kindgemäße Wahrnehmung gruppiert, Schieflage hat. Wenn wir beispielsweise fragen, ob ein Kind ein Bild begreifen kann, dann legen wir üblicherweise einen Begriff von Bildverstehen zugrunde, der sich auf ein kognitives, rationales Erfassen von Bildinhalten bezieht oder auf einem formalästhetischen Erschließen der Bildstruktur beruht. Obwohl diese Kriterien nicht auszuschließen sind, können sie aber möglicherweise völlig irrelevant sein für die Bedeutung des Bildes beim Kind. In 90 % aller Bilder sind es vermutlich ganz andere, unbewußte, subjektive, situative Momente, die Interesse und Faszination für den Betrachter ausmachen. Auch wir Erwachsenen können unsere Momente der Anrührung, des Betroffenseins oder Gelangweiltseins vor Bildern nicht kategorisieren. Die Bildwahrnehmung ist nicht planbar, weder bei uns noch bei Kindern. Das heißt nicht, daß sie nicht wahrnehmbar und beschreibbar ist, aber sie ist nicht zu formalisieren, es sei denn, es geht um physiologisch-psychologische Vorgänge wie z.B. die Blickrichtungsmessung. Die Forderung nach dem kindgemäßen Bild ist, polemisch ausgedrückt, eine unaufrichtige, Kunst und Kind gleichermaßen mißachtende Forderung. Sie gibt weder dem Bild noch dem Kind eine Chance zur Annäherung. (Aus: Jens Thiele: Das Bilderbuch, Universitätsverlag Aschenbeck und Isensee, S.190) Der Begriff der kindlichen Wahrnehmung definiert sich über Setzungen der Erwachsenen – das ist das Dilemma, mit dem sich alle, die Illustratoren wie die Verlage, der Buchhandel und die Käufer herumzuschlagen haben. So kommt es, daß letztlich jeder Begriff, der sich um die kindgemäße Wahrnehmung gruppiert, Schieflage hat. Wenn wir beispielsweise fragen, ob ein Kind ein Bild begreifen kann, dann legen wir üblicherweise einen Begriff von Bildverstehen zugrunde, der sich auf ein kognitives, rationales Erfassen von Bildinhalten bezieht oder auf einem formalästhetischen Erschließen der Bildstruktur beruht. Obwohl diese Kriterien nicht auszuschließen sind, können sie aber möglicherweise völlig irrelevant sein für die Bedeutung des Bildes beim Kind. In 90 % aller Bilder sind es vermutlich ganz andere, unbewußte, subjektive, situative Momente, die Interesse und Faszination für den Betrachter ausmachen. Auch wir Erwachsenen können unsere Momente der Anrührung, des Betroffenseins oder Gelangweiltseins vor Bildern nicht kategorisieren. Die Bildwahrnehmung ist nicht planbar, weder bei uns noch bei Kindern. Das heißt nicht, daß sie nicht wahrnehmbar und beschreibbar ist, aber sie ist nicht zu formalisieren, es sei denn, es geht um physiologisch-psychologische Vorgänge wie z.B. die Blickrichtungsmessung. Die Forderung nach dem kindgemäßen Bild ist, polemisch ausgedrückt, eine unaufrichtige, Kunst und Kind gleichermaßen mißachtende Forderung. Sie gibt weder dem Bild noch dem Kind eine Chance zur Annäherung. (Aus: Jens Thiele: Das Bilderbuch, Universitätsverlag Aschenbeck und Isensee, S.190) Der Begriff der kindlichen Wahrnehmung definiert sich über Setzungen der Erwachsenen – das ist das Dilemma, mit dem sich alle, die Illustratoren wie die Verlage, der Buchhandel und die Käufer herumzuschlagen haben. So kommt es, daß letztlich jeder Begriff, der sich um die kindgemäße Wahrnehmung gruppiert, Schieflage hat. Wenn wir beispielsweise fragen, ob ein Kind ein Bild begreifen kann, dann legen wir üblicherweise einen Begriff von Bildverstehen zugrunde, der sich auf ein kognitives, rationales Erfassen von Bildinhalten bezieht oder auf einem formalästhetischen Erschließen der Bildstruktur beruht. Obwohl diese Kriterien nicht auszuschließen sind, können sie aber möglicherweise völlig irrelevant sein für die Bedeutung des Bildes beim Kind. In 90 % aller Bilder sind es vermutlich ganz andere, unbewußte, subjektive, situative Momente, die Interesse und Faszination für den Betrachter ausmachen. Auch wir Erwachsenen können unsere Momente der Anrührung, des Betroffenseins oder Gelangweiltseins vor Bildern nicht kategorisieren. Die Bildwahrnehmung ist nicht planbar, weder bei uns noch bei Kindern. Das heißt nicht, daß sie nicht wahrnehmbar und beschreibbar ist, aber sie ist nicht zu formalisieren, es sei denn, es geht um physiologisch-psychologische Vorgänge wie z.B. die Blickrichtungsmessung. Die Forderung nach dem kindgemäßen Bild ist, polemisch ausgedrückt, eine unaufrichtige, Kunst und Kind gleichermaßen mißachtende Forderung. Sie gibt weder dem Bild noch dem Kind eine Chance zur Annäherung. (Aus: Jens Thiele: Das Bilderbuch, Universitätsverlag Aschenbeck und Isensee, S.190) Der Begriff der kindlichen Wahrnehmung definiert sich über Setzungen der Erwachsenen – das ist das Dilemma, mit dem sich alle, die Illustratoren wie die Verlage, der Buchhandel und die Käufer herumzuschlagen haben. So kommt es, daß letztlich jeder Begriff, der sich um die kindgemäße Wahrnehmung gruppiert, Schieflage hat. Wenn wir beispielsweise fragen, ob ein Kind ein Bild begreifen kann, dann legen wir üblicherweise einen Begriff von Bildverstehen zugrunde, der sich auf ein kognitives, rationales Erfassen von Bildinhalten bezieht oder auf einem formalästhetischen Erschließen der Bildstruktur beruht. Obwohl diese Kriterien nicht auszuschließen sind, können sie aber möglicherweise völlig irrelevant sein für die Bedeutung des Bildes beim Kind. In 90 % aller Bilder sind es vermutlich ganz andere, unbewußte, subjektive, situative Momente, die Interesse und Faszination für den Betrachter ausmachen. Auch wir Erwachsenen können unsere Momente der Anrührung, des Betroffenseins oder Gelangweiltseins vor Bildern nicht kategorisieren. Die Bildwahrnehmung ist nicht planbar, weder bei uns noch bei Kindern. Das heißt nicht, daß sie nicht wahrnehmbar und beschreibbar ist, aber sie ist nicht zu formalisieren, es sei denn, es geht um physiologisch-psychologische Vorgänge wie z.B. die Blickrichtungsmessung. Die Forderung nach dem kindgemäßen Bild ist, polemisch ausgedrückt, eine unaufrichtige, Kunst und Kind gleichermaßen mißachtende Forderung. Sie gibt weder dem Bild noch dem Kind eine Chance zur Annäherung. (Aus: Jens Thiele: Das Bilderbuch, Universitätsverlag Aschenbeck und Isensee, S.190) Der Begriff der kindlichen Wahrnehmung definiert sich über Setzungen der Erwachsenen – das ist das Dilemma, mit dem sich alle, die Illustratoren wie die Verlage, der Buchhandel und die Käufer herumzuschlagen haben. So kommt es, daß letztlich jeder Begriff, der sich um die kindgemäße Wahrnehmung gruppiert, Schieflage hat. Wenn wir beispielsweise fragen, ob ein Kind ein Bild begreifen kann, dann legen wir üblicherweise einen Begriff von Bildverstehen zugrunde, der sich auf ein kognitives, rationales Erfassen von Bildinhalten bezieht oder auf einem formalästhetischen Erschließen der Bildstruktur beruht. Obwohl diese Kriterien nicht auszuschließen sind, können sie aber möglicherweise völlig irrelevant sein für die Bedeutung des Bildes beim Kind. In 90 % aller Bilder sind es vermutlich ganz andere, unbewußte, subjektive, situative Momente, die Interesse und Faszination für den Betrachter ausmachen. Auch wir Erwachsenen können unsere Momente der Anrührung, des Betroffenseins oder Gelangweiltseins vor Bildern nicht kategorisieren. Die Bildwahrnehmung ist nicht planbar, weder bei uns noch bei Kindern. Das heißt nicht, daß sie nicht wahrnehmbar und beschreibbar ist, aber sie ist nicht zu formalisieren, es sei denn, es geht um physiologisch-psychologische Vorgänge wie z.B. die Blickrichtungsmessung. Die Forderung nach dem kindgemäßen Bild ist, polemisch ausgedrückt, eine unaufrichtige, Kunst und Kind gleichermaßen mißachtende Forderung. Sie gibt weder dem Bild noch dem Kind eine Chance zur Annäherung. (Aus: Jens Thiele: Das Bilderbuch, Universitätsverlag Aschenbeck und Isensee, S.190)